Wärmehelfer

Stromkosten

Wärmepumpe Stromkosten. Was Heizen wirklich kostet.

Drei Stellschrauben bestimmen, was deine Wärmepumpe pro Jahr an Strom frisst: Wärmebedarf, JAZ und Tarif. Mit den richtigen Werten kommst du auf 1.100 €/Jahr, mit den falschen auf 3.800 €.

Stand: Mai 2026. Strompreise sind Mittelwerte deutscher Versorger, regional variieren sie 0,02 bis 0,05 €/kWh.

Stromverbrauch

4.500 – 7.500 kWh

pro Jahr, typisches EFH

Wärmepumpentarif

0,24 – 0,28 €/kWh

aktuelle Marktpreise

Jahres-Stromkosten

1.100 – 2.300 €

bei sauberer Auslegung

Die Formel

Stromverbrauch = Wärmebedarf geteilt durch JAZ. Stromkosten = Stromverbrauch mal Tarif-Preis. Alles andere ist Detail.

Strom (kWh/Jahr) = Wärmebedarf (kWh/Jahr) / JAZ

Kosten (€/Jahr) = Strom (kWh) × Tarif (€/kWh)

Beispiel: 18.000 kWh Wärmebedarf bei JAZ 3,5 ergibt 5.140 kWh Strom. Mit Wärmepumpentarif 0,26 €/kWh sind das 1.336 € pro Jahr. Mit Haushaltsstrom 0,38 €/kWh wären es 1.953 € — derselbe Verbrauch, 617 € mehr.

Tariftypen im Vergleich

Drei Tariftypen sind verbreitet. Die Wahl entscheidet über 600 bis 1.500 € jährliche Differenz bei identischem Stromverbrauch.

Haushaltsstrom (Standard)

0,35 – 0,42 €/kWh

Voraussetzung: Kein separater Zähler nötig, aber teuer für Wärmepumpenbetrieb

Für wen: Mini-Wärmepumpen, Übergangslösung

Wärmepumpentarif

0,24 – 0,28 €/kWh

Voraussetzung: Separater geeichter Zähler für die Wärmepumpe, Netzbetreiber gibt die Sperrzeiten vor

Für wen: Standard für die meisten Wärmepumpen-Haushalte

Dynamischer Tarif (Tibber, Octopus, awattar)

0,15 – 0,38 €/kWh (stündlich variierend)

Voraussetzung: Pumpe muss steuerbar sein (SG-Ready, dynamischer Tarif-API). Heartbeat, EMS oder Smart-Meter Pflicht

Für wen: Technik-affine Haushalte mit Smart-Home und Pufferspeicher

Vier Haushalte, vier Rechnungen

Jeweils 140 m² Wohnfläche, aber unterschiedliche Hausqualität. Annahme: Warmwasser bereits im Wärmebedarf enthalten.

Hausszenario JAZ Strom/Jahr WP-Tarif Dynamisch Haushalt
Neubau 140 m² mit Fußbodenheizung
Top-Effizienz
4.2 3.333 kWh 867 € 733 € 1.267 €
Saniertes Altbau 140 m² mit FBH + Heizkörper
Standard-Effizienz
3.5 5.143 kWh 1.337 € 1.131 € 1.954 €
Teilsaniertes Altbau 140 m² mit Heizkörpern
Mittlere Effizienz
3.0 7.333 kWh 1.907 € 1.613 € 2.787 €
Unsaniertes Altbau 140 m² mit alten Heizkörpern
Niedrige Effizienz
2.7 10.370 kWh 2.696 € 2.281 € 3.941 €

Annahmen: WP-Tarif 0,26 €/kWh, Dynamisch 0,22 €/kWh (Tibber-Mittelwert), Haushaltsstrom 0,38 €/kWh. Steuerbare Pumpe + Speicher für Dynamik-Ersparnis vorausgesetzt.

Sechs Spartipps, sortiert nach Wirkung

Vom größten Hebel zum kleinsten. Wer alle sechs umsetzt, schiebt die Jahresstromkosten um 1.500 bis 4.000 €.

#1

Separaten Wärmepumpenzähler installieren

Ersparnis: 600 – 1.200 €/Jahr

Aufwand: Einmalig 400 – 800 €, dann dauerhaft günstigerer Tarif

#2

Wärmepumpentarif aktiv wechseln (nicht beim Grundversorger bleiben)

Ersparnis: 150 – 400 €/Jahr

Aufwand: Einmalig 30 Min Vergleich, jährlich wieder prüfen

#3

PV-Anlage + Speicher kombinieren

Ersparnis: 500 – 1.500 €/Jahr (je nach PV-Größe)

Aufwand: Hohe Investition (10.000 – 25.000 €), Amortisation 10 – 15 Jahre

#4

Heizkurve einstellen (Vorlauf so niedrig wie möglich)

Ersparnis: 100 – 300 €/Jahr

Aufwand: Einmalig 30 Min mit dem Heizungsbauer beim Einregeln

#5

Pufferspeicher richtig dimensionieren

Ersparnis: 200 – 500 €/Jahr (vermeidet Takten)

Aufwand: Bei Neukauf direkt einplanen (30 – 50 L pro kW Heizlast)

#6

Sperrzeiten in den dynamischen Tarif legen (mit Speicher)

Ersparnis: 300 – 600 €/Jahr

Aufwand: Setzt steuerbare Pumpe + Smart-Home voraus

Tarif-Auswahl, ehrlich

Welcher Tarif zu dir passt, hängt an zwei Fragen: Hast du einen separaten Zähler? Ist deine Pumpe steuerbar?

Kein Zähler, keine Steuerung

Ökostrom-Tarif für den ganzen Haushalt

Wenn du einen separaten Zähler aus Kostengründen nicht installieren willst, lohnt sich ein günstiger Ökostrom-Haushaltstarif als Alternative. Spart gegenüber dem Grundversorger jährlich 150 bis 300 €.

Separater Zähler, klassische Pumpe

Klassischer Wärmepumpentarif

Der Standard. Festpreis 0,24 bis 0,28 €/kWh, Sperrzeiten vom Netzbetreiber. Jährlich Tarifvergleich machen, der Grundversorger ist selten am günstigsten.

Separater Zähler, SG-Ready Pumpe

Dynamischer Tarif

Tibber, Octopus oder awattar. Pumpe heizt, wenn der Börsenpreis niedrig ist. Setzt steuerbare Pumpe und Pufferspeicher voraus. Sparpotenzial 300 bis 600 €/Jahr.

Empfehlung

Wärmepumpe mit echtem Ökostrom betreiben?

Eine Wärmepumpe verbraucht 4.500 bis 7.500 kWh Strom pro Jahr — also etwa doppelt so viel wie ein Haushalt ohne Heizung. Der Strommix entscheidet, wie klimaneutral sie wirklich läuft. NaturStrom liefert ausschließlich aus deutschen Wind- und Wasserkraftwerken, ohne Atom, ohne Kohle. Preislich liegen Ökostrom-Tarife meist im Bereich des Grundversorger-Standards. Wer noch im teuren Grundtarif steckt, kann durch den Wechsel sogar sparen.

Partner-Link. Wenn du darüber abschließt, kann uns eine Provision ausgezahlt werden — für dich ändert sich nichts am Preis. Mehr in der Transparenz-Seite.

Häufige Fragen zu Stromkosten

Wieviel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr?
Faustregel: Wärmebedarf (kWh/Jahr) geteilt durch die JAZ. Beispiel: 18.000 kWh Wärmebedarf bei JAZ 3,5 = 5.140 kWh Stromverbrauch. Plus 1.500 bis 2.500 kWh für Warmwasser. Typisches Einfamilienhaus: 4.500 bis 7.500 kWh/Jahr.
Was kostet ein Wärmepumpentarif aktuell (Mai 2026)?
Wärmepumpenstrom kostet aktuell zwischen 0,24 und 0,28 €/kWh, je nach Anbieter und Region. Der Grundversorger ist meist teurer (0,30 €/kWh+). Ein aktiver Tarifwechsel lohnt sich jährlich.
Brauche ich einen separaten Zähler für die Wärmepumpe?
Für den günstigeren Wärmepumpentarif: ja. Der Zähler ist geeicht und nur für die Wärmepumpe (mit Bereitschaft zum Lastabwurf durch den Netzbetreiber). Einmalig 400 bis 800 € Installation, dann jährlich 600 bis 1.200 € Ersparnis gegenüber Haushaltsstrom.
Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif für die Wärmepumpe?
Ja, wenn die Pumpe steuerbar ist (SG-Ready, EMS oder Heartbeat) und ein Pufferspeicher die Sperrzeiten überbrückt. Realistische Ersparnis: 300 bis 600 €/Jahr gegenüber statischem Wärmepumpentarif. Ohne Speicher oder Steuerung: kein Vorteil.
Was passiert in den Sperrzeiten des Netzbetreibers?
Der Netzbetreiber darf die Wärmepumpe für maximal 2x täglich 2 Stunden vom Netz nehmen (in Lastspitzen). Pufferspeicher überbrückt das. Ohne Speicher kühlt das Haus in dieser Zeit um maximal 0,5 °C ab, was meist nicht spürbar ist.
Was hilft am meisten gegen hohe Stromkosten?
In dieser Reihenfolge: 1. Separater Wärmepumpenzähler (600 bis 1.200 €/Jahr Ersparnis). 2. Aktiver Tarifwechsel (150 bis 400 €). 3. PV-Anlage (500 bis 1.500 €). 4. Heizkurve optimieren (100 bis 300 €). Punkt 1 hat das beste Verhältnis von Aufwand zu Ersparnis.

Konkrete Werte für dein Haus

Der Kosten-Rechner zeigt Wärmebedarf, JAZ-Bandbreite und Stromkosten-Range für dein Gebäude. Dauert keine Minute.

Heizlast und Stromkosten berechnen