Wärmehelfer

Wärmepumpe kaufen 2026. Die ehrliche Kaufberatung

Welche Wärmepumpe passt zu deinem Haus? Sieben Kriterien entscheiden — und die wichtigsten hängen an deinem Gebäude, nicht am Markennamen. Hier siehst du, worauf es wirklich ankommt, plus vier Empfehlungen nach Profil.

Die 7 Kaufkriterien

1. Pumpentyp. Fast immer Luft-Wasser

Luft-Wasser-Wärmepumpen machen über 90 % des Markts aus: kein Erdbohren, keine Genehmigung, deutlich günstiger in der Anschaffung. Sole-Wasser (Erdwärme) hat höhere JAZ, kostet aber 8.000–15.000 € mehr durch die Bohrung und lohnt sich nur bei großem Wärmebedarf und passendem Grundstück.

Empfehlung: Nimm Luft-Wasser, außer du hast hohen Wärmebedarf, viel Platz und planst langfristig.

2. Vorlauftemperatur. Der Altbau-Knackpunkt

Die maximale Vorlauftemperatur entscheidet, ob die Pumpe deine vorhandenen Heizkörper warm bekommt. Fußbodenheizung braucht 35 °C, moderne Heizkörper 50–55 °C, alte Heizkörper im unsanierten Altbau 60–70 °C. Pumpen mit 75 °C max. Vorlauf funktionieren oft ohne Heizkörper-Tausch.

Empfehlung: Im Altbau ohne Sanierung: mindestens 70 °C, besser 75 °C Vorlauf wählen.

3. Dimensionierung. Nicht zu groß

Eine überdimensionierte Wärmepumpe taktet — sie schaltet ständig ein und aus, das frisst Effizienz und Lebensdauer. Die richtige Heizleistung ergibt sich aus einer Heizlastberechnung, nicht aus der Wohnfläche mal Daumen. Lieber knapp passend als großzügig.

Empfehlung: Vor dem Kauf eine Heizlastberechnung machen lassen. Kein seriöses Angebot ohne sie.

4. Kältemittel R290. Bringt +5 % Förderung

Wärmepumpen mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan, GWP 3) qualifizieren für den BEG-Effizienz-Bonus von zusätzlich 5 %. Auf 30.000 € Investition sind das 1.500 € extra. R290 erreicht außerdem höhere Vorlauftemperaturen — der Grund, warum die Altbau-Modelle fast alle Propan nutzen.

Empfehlung: Auf R290 achten, wenn der Effizienz-Bonus mitgenommen werden soll.

5. Effizienz. COP und JAZ

Der COP ist der Laborwert (z. B. 5,3 bei A7/W35), die JAZ der reale Jahresschnitt in deinem Haus. Ein hoher COP ist ein gutes Zeichen, aber die JAZ hängt vor allem an Dämmung, Vorlauftemperatur und korrekter Einstellung. Ein Top-COP nützt nichts, wenn die Anlage falsch dimensioniert ist.

Empfehlung: COP als Vergleichswert nutzen, aber die JAZ über die Hydraulik und Einstellung holen.

6. Schall. Nur in dichter Bebauung kritisch

Bei 5 m Abstand liegen die Modelle zwischen 31 und 39 dB(A). Im freistehenden EFH zweitrangig, im dichten Reihenhaus entscheidend — auch wegen der TA-Lärm-Grenzwerte zur Nachbargrenze. Die leisesten Modelle liegen bei 31–33 dB(A).

Empfehlung: In Reihenhaus oder enger Bebauung: auf ≤ 33 dB(A) und den Aufstellort achten.

7. BAFA-Listung. Voraussetzung für Förderung

Nur Wärmepumpen auf der BAFA-Liste der förderfähigen Anlagen sind BEG-förderfähig. Alle seriösen Modelle stehen dort. Prüfe die Listung trotzdem vor dem Auftrag — ohne sie gibt es keinen Zuschuss.

Empfehlung: Vor Auftragsvergabe die BAFA-Listung des konkreten Modells bestätigen lassen.

Wo kaufen. Komplettangebot oder Hardware-Direkt?

Über einen Fachbetrieb

Der Normalfall. Eine Wärmepumpe braucht Heizlastberechnung, hydraulischen Abgleich und Inbetriebnahme durch einen Fachbetrieb — auch, weil die BEG-Förderung eine Fachunternehmererklärung verlangt. Lass dir mehrere regionale Angebote geben und vergleiche Gesamtpreis inklusive Installation, nicht nur die Hardware.

Hardware-Direkt

Sinnvoll, wenn du bereits einen Installateur hast, der die Anlage einbaut, aber die Hardware selbst günstig beschaffen will. Online-Direkthändler liegen oft unter dem UVP. Achte darauf, dass dein Betrieb die mitgebrachte Hardware auch installiert und in die Förderung einbindet.

Bevor du beauftragst. Drei Checks

  1. 1

    Heizlast berechnen lassen

    Ohne Heizlastberechnung keine seriöse Dimensionierung — und kein belastbares Angebot. Ein zu groß gewähltes Gerät taktet und kostet dich Effizienz.

  2. 2

    Förderung vor dem Vertrag sichern

    Der BEG-Antrag bei der KfW muss gestellt sein, bevor du den Liefer- und Leistungsvertrag verbindlich abschließt (oder der Vertrag enthält eine aufschiebende Bedingung). Wer zuerst beauftragt, verliert den Zuschuss.

  3. 3

    Kosten durchrechnen

    Mit dem Wärmepumpe-Kosten-Rechner siehst du Investition, Förderhöhe und jährliche Stromkosten für dein Haus — bevor das erste Angebot kommt.

Empfehlung

Bereit für konkrete Angebote?

Du weißt, welcher Typ und welche Klasse passt. Lass dir kostenlos und unverbindlich regionale Fachbetriebe vermitteln — oder beschaffe die Hardware direkt, wenn dein Installateur schon feststeht.

Partner-Link. Wenn du darüber abschließt, kann uns eine Provision ausgezahlt werden — für dich ändert sich nichts am Preis. Mehr in der Transparenz-Seite.

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