1. Pumpentyp. Fast immer Luft-Wasser
Luft-Wasser-Wärmepumpen machen über 90 % des Markts aus: kein Erdbohren, keine Genehmigung, deutlich günstiger in der Anschaffung. Sole-Wasser (Erdwärme) hat höhere JAZ, kostet aber 8.000–15.000 € mehr durch die Bohrung und lohnt sich nur bei großem Wärmebedarf und passendem Grundstück.
Empfehlung: Nimm Luft-Wasser, außer du hast hohen Wärmebedarf, viel Platz und planst langfristig.
2. Vorlauftemperatur. Der Altbau-Knackpunkt
Die maximale Vorlauftemperatur entscheidet, ob die Pumpe deine vorhandenen Heizkörper warm bekommt. Fußbodenheizung braucht 35 °C, moderne Heizkörper 50–55 °C, alte Heizkörper im unsanierten Altbau 60–70 °C. Pumpen mit 75 °C max. Vorlauf funktionieren oft ohne Heizkörper-Tausch.
Empfehlung: Im Altbau ohne Sanierung: mindestens 70 °C, besser 75 °C Vorlauf wählen.
3. Dimensionierung. Nicht zu groß
Eine überdimensionierte Wärmepumpe taktet — sie schaltet ständig ein und aus, das frisst Effizienz und Lebensdauer. Die richtige Heizleistung ergibt sich aus einer Heizlastberechnung, nicht aus der Wohnfläche mal Daumen. Lieber knapp passend als großzügig.
Empfehlung: Vor dem Kauf eine Heizlastberechnung machen lassen. Kein seriöses Angebot ohne sie.
4. Kältemittel R290. Bringt +5 % Förderung
Wärmepumpen mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan, GWP 3) qualifizieren für den BEG-Effizienz-Bonus von zusätzlich 5 %. Auf 30.000 € Investition sind das 1.500 € extra. R290 erreicht außerdem höhere Vorlauftemperaturen — der Grund, warum die Altbau-Modelle fast alle Propan nutzen.
Empfehlung: Auf R290 achten, wenn der Effizienz-Bonus mitgenommen werden soll.
5. Effizienz. COP und JAZ
Der COP ist der Laborwert (z. B. 5,3 bei A7/W35), die JAZ der reale Jahresschnitt in deinem Haus. Ein hoher COP ist ein gutes Zeichen, aber die JAZ hängt vor allem an Dämmung, Vorlauftemperatur und korrekter Einstellung. Ein Top-COP nützt nichts, wenn die Anlage falsch dimensioniert ist.
Empfehlung: COP als Vergleichswert nutzen, aber die JAZ über die Hydraulik und Einstellung holen.
6. Schall. Nur in dichter Bebauung kritisch
Bei 5 m Abstand liegen die Modelle zwischen 31 und 39 dB(A). Im freistehenden EFH zweitrangig, im dichten Reihenhaus entscheidend — auch wegen der TA-Lärm-Grenzwerte zur Nachbargrenze. Die leisesten Modelle liegen bei 31–33 dB(A).
Empfehlung: In Reihenhaus oder enger Bebauung: auf ≤ 33 dB(A) und den Aufstellort achten.
7. BAFA-Listung. Voraussetzung für Förderung
Nur Wärmepumpen auf der BAFA-Liste der förderfähigen Anlagen sind BEG-förderfähig. Alle seriösen Modelle stehen dort. Prüfe die Listung trotzdem vor dem Auftrag — ohne sie gibt es keinen Zuschuss.
Empfehlung: Vor Auftragsvergabe die BAFA-Listung des konkreten Modells bestätigen lassen.